Erntedank auf dem Bauernhof

Großensee, 2. 10.16 – „Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen!, so die erste Zeile des wohl bekanntesten Kirchenlieds in deutscher Sprache. „Mit den Händen danken“ wird zum Leitthema der Predigt im Gottesdienst zu Erntedank in der Scheune des Großenseer Landwirts Lindemann-Eggers.

Foto: Sigrid Winkler
Foto: Sigrid Winkler

Helfende Hände tragen viele Spenden für ein farbiges aber schlichtes Bild von Erntegaben vor dem Altar zusammen, über dem ein Kreuz aus Blättern und roten Blüten hängt. Zur Eingangsmusik „Oh when the saints go marching in“, intoniert vom Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hoisdorf und

Kinder mit ihrem Bollerwagen voller Gaben ziehen in den Gottesdienst ein
Kinder mit ihrem Bollerwagen voller Gaben ziehen in den Gottesdienst ein

unter Leitung von J. Stache, ziehen Kinder des Kindergartens mit einem kleinen Bollerwagen mit ihren Gaben
in den Gottesdienst ein. Es ist rundherum alles festlich geschmückt.

 

Auch eine historische Kutsche schmückt die Scheune Foto: Sigrid Winkler
Auch eine historische Kutsche schmückt die Scheune
Foto: Sigrid Winkler

Die geräumige Scheune für die Unterbringung von landwirtschaftlichem Gerät ist als solche fast nicht mehr wieder zu erkennen. Tags zuvor haben die Freiwillige Feuerwehr und die Jugendfeuerwehr die Halle geräumt, saubergemacht, Bänke aufgestellt und mit viel grünen Zweigen die Hallenwände geschmückt. Vom Hof

Eine Kutsche ist für den Erntedank-Gottesdienst von Hundsdoerfer-Pokupic zur Verfügung gestellt worden
Eine Kutsche ist für den Erntedank-Gottesdienst von Hundsdoerfer-Pokupic zur Verfügung gestellt worden

Hundsdoerfer-Pokupic haben sie eine Kutsche durchs Dorf hereingezogen, die neben dem Altar den Raum dekoriert. Nach der Begrüßung durch Pastor Denecke beginnt der Gottesdienst mit dem schon traditionell auch in den Gottesdiensten des Dorffestes von dem Kinderchor gesungenen Lied „Wir feiern heut‘ heut
ein Fest“.

Im Wechsel wird mit den Gottesdienstbesuchern das „Lob der Schöpfung Gottes gesprochen“, interessant ist die sehr moderne Fassung des Psalms „Lobe den Herren, meine Seele“, von den Konfirmanden mit Pastor Denecke 2015 bei einer Freizeit erarbeitet. Darin heißt es unter anderem „Du bist so unbeschreiblich schön, mit Mr. Stylish in Person“ oder „Du machst vom Himmel alles nass, und lässt es auf die Berge regnen… die Erde saugt es völlig auf und bringt hervor ganz neues Leben“.

Ähren für die Erntekrone spendeten die Landwirte Eylmann, Lindemann-Eggers und Puls

Pastor Denecke erklärt die Zusammensetzung der Erntekrone, aus Spenden verschiedener Getreidesorten der Großenseer Landwirte Eylmann, Lindemann-Eggers und Puls aus Grande. Von Gemeindemitgliedern kunstvoll gebunden und geschmückt mit Unterstützung der Floristin Nadine Gläsemann aus Eichede.

Hanna Braun bedankt sich bei Nadine Gläsemann für ihre Mithilfe beim Binden der Erntekrone

Nicht  ganz einfach, die einzelnen Ähren den Getreidesorten zuzuordnen, gibt er zu und holt sich die Erklärung von einigen Kindern, die unter der Krone sitzen und sie tatsächlich korrekt geben.

Die Zusammensetzung der Erntekrone hat folgende

Die Erntekrone mit Ähren aller Getreidearten
Die Erntekrone mit Ähren aller Getreidearten

Bedeutung, sagt der Pastor „gab

es viel Regen zur Erntezeit, sind die Halme und Ähren grau. Gab es wenig Sonne im Juni, sind die Körner in den Ähren klein geblieben. So war es in diesem Jahr“ – und „das bedeutet nicht nur für die Bauern wenig Ertrag, sondern für uns alle wenig Brotgetreide im Angebot, folglich hohe Preise und weniger Brot fürs Geld“ ist seine Schlussfolgerung. Die Kollekte des Erntedankfest-Gottesdienst wird zum Lied „Nun danket alle Gott“ für „Brot für die Welt“ gesammelt. Das Brot auf dem Altar, gebacken und gespendet von der Bäckerei Zingelmann in Lütjensee, bekommt besondere Erwähnung, hat es doch eine zentrale Bedeutung in Ernährung und liturgisch im Gebet.

f_mg_8410In der Predigt werden zehn Verse des zweiten Korinther-Briefes unter die Lupe genommen „Wie Christen geben sollen“. Hier heißt es unter anderem in Vers 7 „So soll jeder für sich selbst entscheiden, wie viel er geben will, und zwar freiwillig und nicht aus Pflichtgefühl. Denn Gott liebt den, der fröhlich gibt“ und im nächsten Vers „Er wird euch dafür alles schenken, was ihr braucht, ja mehr als das. So werdet ihr nicht nur selbst genug haben, sondern auch noch anderen von eurem Überfluss weitergeben können.“

„Man muss ein realistisches Gespür dafür entwickeln, was wir zum Leben brauchen und wie viele Menschen es wohl gibt, die sich das „täglich Brot“ nicht mehr leisten können. Wer dieses Gespür hat, weiß, warum wir für die Selbsthilfeprojekte von „Brot für die Welt“ sammeln, bittet im Vaterunser bewusster ums „täglich Brot“ und wünscht sich, dass wieder mehr Menschen dieses Gespür entwickeln – auch zu Gunsten guter politischer Entscheidungen“ resümiert Pastor Denecke.

Hanna Braun liest die Epistel, organisiert alles zum Gelingen des Erntedankfest-Gottesdienstes und hat selbst zum Schluss noch Gelegenheit, den Helfern und allen zu danken, die für das Fest gespendet haben.

Zwei Lieder trägt der Tymmo-Singkreis im Gottesdienst bei, „Freuet euch der schönen Erde“ und den „Festgesang“, Pastor Denecke lobt das großartige Engagement der Chormitglieder, die letztens in vielen Gottesdiensten hintereinander aufgetreten sind, dazu schon eine große Portion Spaß an der Sache erforderlich ist.

Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Hoisdorf schließt mit dem Song „I will follow him“ und erntet einen riesigen Applaus.

Ein fröhlicher Treff mit Smalltalk und kräftiger Erbsensuppe gibt der Feier einen schönen Abschluss.

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